Italienreise 2002 Teil 2

Vom untersten Italien konnte es für uns nur noch nordwärts gehen also nach Galipoli mit seiner auf einer Halbinsel gelegenen schönen Altstadt. In der Nähe am Hafen konnten wir auf dem leeren Parkplatz unser Fahrzeug abstellen und nahmen an, keine Touristen = keine Autodiebe (die brauen auch einmal Ferien). Wir konnten Altstadt, Kathedrale und Strand mit Fischerhafen besichtigen, bis wir wegen einem heftigen Regenguss ins Auto zurück mussten. Auf mehr oder weniger überschwemmten Strassen ging's weiter nach Taranto. Der Campingplatz war jedoch geschlossen. Also weiter auf der Autobahn nach Kalabrien genauer Corigliano Calabro auf den Camping il Salice. Ein wirklich schöner gepflegter ganzjahres Campingplatz mit schönem Strand, sauberem Meer. Es hatte relativ viele Camper sowie Feriengäste in den Bungalows. Die Toilettenanlagen waren sauber und sehr schön angelegt. Das Wasser schmeckte nicht so besonders, es dürfte möglicherweise aufbereitetes Meerwasser gewesen sein. Dafür kam um 16 Uhr der Gelatiwagen und was der zu bieten hatte, war Klasse. Ueber Schleichwege konnte man mit dem Fahrrad in etwa 20 Minuten nach Marina Shiavonea zum Einkaufen fahren. Die Fahrt ging mitten durch den relativ neuen Meerhafen von Shiavonea mit seiner riesigen Infrastruktur, jedoch ohne Schiffe.

Rosanno Natürlich musste man von dort aus das wunderbare Silagebirge ansehen. Wir fuhren über Rossano kurvenreich bergauf und waren während langer Zeit im ungewissen, ob wir auch die richtige Strasse erwischt hatten. Es hatte keine Wegweiser und es gab keine Dörfer mehr. Also fuhren wir auf einsamer Strasse steil bergauf, immer höher durch herbstlich gefärbte Kastanienwälder hindurch. Einzig an einer Quelle trafen wir Leute welche mit ihrem kleinen Fiat oder 3-Rad Vespa Kanister brachten und gutes Wasser nach Hause holten. Wir taten es ihnen gleich und füllten den Trinkwassertank auf. Ausserdem, wir waren auf der richtigen Strasse. Weiter ins Gebirge bis auf eine Höhe von etwa 1500m. Unten am Meer war noch Sommer und hier in den Bergen die schönsten Herbstbilder in allen Farben.

Auf einem schönen ganzjahres Campingplatz am Lago Arvo bei einem Skigebiet, übernachteten wir und führen am andern Tag ans Thirrenische Meer. Lago Arvo

Zwischen Tropea und Capo Vaticano landeten wir auf dem Camping Costa Verde. Landen ist schon richtig ausgedrückt, die campingeigene Zufahrt ist derart steil mit Haarnadelkurven angelegt. Wir hatten einen Platz vorne an der Quaimauer (etwa 4m über dem Meer) mit Sicht auf das saubere klare Wasser und geradeaus auf den Stromboli mit den Liparischen Inseln und links auf Sizilien mit dem Aetna. Bei Sonnenuntergang sah man im Gegenlicht jeweils die Rauchfahne bei beiden Vulkanen aufsteigen. Sonnenuntergang mit Stromboli


Capo Vaticano Besonders eindruckvoll waren die mit Kakteen bewachsenen Steilküsten am Capo Vaticano. Traumhaft. Tief unten das kristallklare Wasser. Badestrand


Baden beim Campingplatz war schön, das Wasser war aber kälter als am Ionischen Meer. An der Beach direkt vor und neben dem Camping fehlte jedoch der Sand. Dieser soll im Juni 2002 von den Wellen fortgetragen worden sein. Aber nach einer Nacht mit meterhohen Wellen, war der Sand an der Beach neben dem Platz wieder da. Es ist einfach etwa ein Meter hoch Sand abgeladen worden. Die Natur tut's richten. Ende Oktober wurde es auch in Italiens Süden kühler und wir traten den Heimweg an.


Fazit: Wir verbrachten einen sehr schönen warmen Oktober in Italien und konnten so den Sommer um einen Monat verlängern. Dies in einer Zeit, in der das Wetter in der Schweiz kühl und nass war. Schade dass so wenig Touristen den Süden während dieser Zeit besuchen, so sind die touristischen Einrichtungen doch mehrheitlich geschlossen. Oder sind sie geschlossen und die Touristen kommen deshalb nicht. Dagegen hat man keine Parkplatzprobleme bei den Sehenswürdigkeiten. Schade auch dass sich die meisten Campingplatzbetreiber keine Mühe geben die Sanitäranlagen sauber zu halten. Oft sind diese Anlagen alt und/oder für die Reinigung ungünstig gebaut. Mit freundlichen hellen Farben würden die Toiletten etc. auch schon besser aussehen. Italien muss in dieser Beziehung noch viel lernen, denn man kann den Gästen nicht nur das Geld abnehmen.


HOME